Gutenbergische Konvergenz

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Auch wenn leider nur ungefähr die Hälfte von uns Klausenburger Studenten Zalău erreicht haben, hat uns das keineswegs aufgehalten, das zu erleben, was die Organisatoren sich ausgedacht haben. In manche Bereiche haben sich Mark und sein Team vielleicht mehr gewünscht, mehr erwartet oder andere Vorstellungen gehabt haben, aber im Allgemeinen ist alles gut genug gelaufen, um als Organisator stolz darüber zu sein. Diejenigen von uns, die dort waren, haben ein bisschen Zeit miteinander verbracht und uns damit besser kennengelernt, doch selbstverständlich werden wir noch viel mehr Zeit brauchen, um ein wahres Team zu werden. Es war gut, dass die Leute mehr über Marks Vision, Ziele und Werte erfahren könnten, denn ohne ein klares, gemeinsames Ziel, das uns alle verbinden kann, würde es zu schwierig sein, uns innerhalb eines Teams zu entwickeln. Da wir nun die Basis haben, könnten noch mehrere Teile hinzugefügt werden.

Aber worum ging es eigentlich bei diesem Teambuilding Wochenende? Die Frage hat mehrere mögliche Antworten, die nicht um richtig oder falsch sich drehen. Ein Bespiel dazu: die Organisatoren wollten das Ganze perfekt organisieren, um uns zu zeigen, wie man eine Veranstaltung professionell organisieren sollte. Jedoch, meiner Meinung nach, bei unserer awesome Teambuilding (® Cori) ging es nicht um Perfektion (der Organisation oder von anderen Arten); ja, die war, ist und wird immer wichtig sein, die ist ein Ziel, unser Ziel, irgendwas, was man zu erreichen streben sollte, aber lass uns ganz ehrlich sein: Keiner von der Teilnehmer erwartete Perfektion beim TB. Wir hatten andere Erwartungen. Mehr oder weniger … wichtige Erwartungen.

Sind diese (vollständig/ zum Teil/ gar nicht) erfüllt worden? Darüber muss sich jede Person, in Ruhe, Gedanken machen und sich entscheiden, ob die Antwort gleich neben meine stehen kann, und zwar, ob die eine stolze und positive Antwort ist oder nicht ganz so. Meiner Meinung nach gibt es genügend Gründe, erfreut zu sein, dass man am TB teilgenommen hat, aber ich bin nur eine Person … Natürlich kann ich es mein Ziel machen, zu beobachten und Dinge zu analysieren (was ich auch gemacht habe, auch wenn man es nicht vielleicht bemerkt hat), aber ich kann mich auch irren (“I’m just human, after all” – Rag’n’Bone Man).

Warum bin ich so positiv, sogar echt optimistisch? Die Antwort ist einfach genug: beim TB ging es eigentlich um Kennenlernen. Ohne Leute die sich kennen und sich wohl im Team fühlen kann man nichts erreichen. Um uns einander kennenzulernen, brauchten wir bloß uns selbst zu den anderen zu öffnen, und dafür braucht man Entspannung. Richtige Entspannung, nicht nur irgendeine halbwegs wahre Entspannung. Ja, man kann auch nach der Uni für ein paar Stunden sich entspannen, aber das kann nicht mit zwei Hälften und einem vollen Tag, weit entfernt von unserem alltäglichen Klausenburg, verglichen werden. Ganz anders fühlt man sich, wenn man nur Gutenberger um sich hat und keine andere Sorgen hat, außer awesome zu sein (® Cori).

Um die Frage, ob dieses Wochenende tatsächlich hilfreich für uns alle war, lass uns besser erinnern, was eigentlich während des Wochenendes passiert ist; lass uns die wichtigsten Teile des TBs der Reihe nach erwähnen, und, na ja, ein bisschen auslachen, und zwar wie folgend:

Am ersten Nachmittag haben wir den Ort erreicht, die Stadt Zalău, die keiner von uns besichtigt hat, aber ziemlich viel Zeit innerhalb ihr verbracht hat. Für eine Weile ging nicht viel los, da die Entspannung erst mit den Kennenlernensspielen begann. Erstens haben wir unsere verschiedenen Namen genannt und mit Adjektiven verbindet. Manche waren ernst bei ihrer Wahl von Adjektiven, manche nicht, aber na ja, es hat Spaß gemacht, eine Katastrophe und ein Shaorma unter uns zu haben! Anna die Errungenschaft erreicht, all unsere Namen und Adjektiven sich zu merken! Dafür verdient sie ja sogar einen Preis! Gut gemacht!

Dann kam der wahnsinnige Kreis des Lärms! Ich meine, OMG, was könnte man in so viel Lärm und nur in 30 Sekunden über sich selbst sagen und über die andere Person erfahren? Ich habe gar und gar nicht keine Ahnung, aber wofür braucht man Vernunft in einem Verein? Vielleicht um mit Unternehmen wie Kaufland zu verhandeln, aber mehr nicht! Immanuel Kant würde sehr stolz auf uns gewesen sein: unser Kreis ähnlichte eine Kritik des Reinen Vernunft! Kein Vernunft im Kreis, bitte! Nach dem Muster: No sex please, we’re British!

Nach so viel Vernunft braucht man etwas mit noch mehr von dem leckeren Zeug: ein Spiel, wo mehr und mehr Leute sich auf jemandes Schoß sitzen … sollen, müssen, dürfen, bezwingt sind … Ein Kartendeck von Leuten, die irgendetwas (nicht) kennen oder (nicht) gemacht haben und die ein oder sogar mehrere arme Geschöpfe grob … quälen. Die Spitze des Kennenlernens und der Akzeptanz, könnte man darüber sagen und damit gar und gar nicht übertreiben!

Um noch mehr Gutenberger Vernunft zu beweisen, sind wir alle auf einmal mit so viel Pizza bombardiert worden, dass man nicht mehr wusste, woher man ein Stück sich nehmen sollte, das am besten ihm/ihr passte. Aber wenigstens gab es niemand, meines Wissens nach, dem keine Pizza passte! Man soll immer die volle Hälfte des Glases sehen 🙂 Ich, für mein Teil, habe am Samstag von morgen früh bis Mitternacht ständig und fast nur Pizza gegessen! :))

Der erste Abend kam zum Ende mit Brettspielen und andere ähnliche Sachen, wo manche sich riesig amüsiert haben, manche sich eine neue Art der Zeitverschwendung gefunden haben und noch manche, sozusagen, als Bauern tätig waren, beim Catanspielen: îți dau o chiatră, îmi dai o oiță? Pls, pls! Nu vrei? Atunci o chiatră, un lemn și două fânuri pi 2 oițe? Tot nu? Atunci las că am eu ac de cojocul tău, folosesc monopolul și-ți iau tăte oițele, țărănoiule! (Nota bene: ador jocul, așa stupid cum sună chiar și după 10 partide!).

Samstag bekamen wir mehr Vernunft, Gott sei Dank! Wir sind weiser geworden, zum Glück! Wir begannen den Tag mit einem Problemlösungsspiel. Mit Gutenbergischen Probleme, selbstverständlich! YaY! Probleme des guten Berges! Die Aufgaben waren nicht so schwierig zu lösen, aber das nur auf dem Papier; in Wirklichkeit könnte es sich als viel schwieriger erweisen, die Leute zu ermutigen, z. B., vor der Prüfungszeit zu studieren und auch in der Zeitspanne der Prüfungen dem Verein zu helfen. Aber wir werden es irgendwie schaffen, wenn es dazu kommen wird. Wir sind awesome (® Cori), wir schaffen es!

Danach kam die Versteigerung (eigentlich die Auktion, um ein mehr familiärischen Ausdruck zu benutzen), wo Andreea Pâsat bewiesen hat, dass sie perfekt für den Job einer Auktionatorin geeignet ist. Sie hat sich Mühe gegeben, uns zu ermutigen, fiktives Geld für verschieden Werte zu geben und die ganze Sache hat genau die Stimmung gehabt, die man während einer wahren Auktion erleben kann, und dafür lobe ich sie preis! Genau wie bei der Wahl von Adjektiven, nicht alle von uns waren so ganz ehrlich bei unserer Wertschätzung der Werte, aber na ja, es hat trotzdem gut geklappt und Spaß gemacht.

Über die meisten Teile der Simulation kann ich nicht wirklich urteilen und auch nicht wenigstens zu erzählen, denn die HR (awesome ® Coris Abteilung!) hatte etwas anderes zu tun, während der Rest der Leuten irgendwelcher Abteilungen ihre eigene Tasks hatten. Nichtsdestotrotz, nach dem Urteil von Mark, Andreea Pâsat, Andreea Popa, Cori, Anna und Reka, war die Simulation ein Erfolg; ja, mit Bemerkungen da und dort, aber das war nur zu erwarten. Gute Arbeit geleistet!

Die HR Teil der Simulation hat mir, Tania und Smaranda Sorgen gemacht und war stressig genug, denn wir müssten vor allem treten und eine Art Training über Motivation und Teamarbeit halten. Ja, ich weiß, am Abend haben Cori und Pâsat uns versichert, dass das Ganze gut genug war, aber meiner Meinung nach (und nicht nur meiner) könnte es viel besser gewesen sein. Wir streben nach Qualität und die wird kommen, aber nicht umsonst. Trotzdem, wir haben ein neues Talent gefunden: Mark, Rapper von erster Klasse, X-Faktor Star! Das Lied der Familien Bierkoch hat uns (allen, denke ich) sehr gut gefallen, und auch das ganze Spiel hat uns drei Veranstalter sehr gefreut, denn wir waren da vor allen und haben mit Freude beobachtet, wie die Leute Spaß gehabt, gelacht und gelächelt haben … Wenigstens hat uns das gut geklappt … außer, na ja, vielleicht nicht so viel bei den Leuten, den Benjamins Beispiel gekriegt haben, aber man kann sich die Familiennamen nicht selbst wählen! Leider … :))

Nach der Simulation sind allerlei Dinge passiert, unter anderem eine Demonstration des Tanzgeschicks. On the dancefloor, ohne dancefloor… Improvisierung at its best, was kann man noch darüber sagen! Wie ich es verstanden habe, sollte diese Demonstration des Spaßes und der unendlichen Energie viel länger gedauert haben, aber, leider, diese verdammte Technik und ihr Unsinn (mofturi, besser ausgedruckt) hat unsere „Dansez pentru tine“ Runde gnadenlos gekürzt! Wenn nur wir alle einen IT-ist in unseren Taschen ständig dabei hätten! Träume, nur Träume einer Zukunft ohne technische Probleme … Allerdings, wofür braucht man Tanzen, wenn man sich unter den Tisch austrinken und jemanden auslachen kann? Denn das ist auch passiert 🙂 Seltsame Dinge sind geschehen, rundherum die Tische, im Badezimmer (oh ja!), einfach überall 🙂

Vielleicht das Wichtigste, was man während dieses Abends erfahren und erlernen könnte, war, einem Deutschen die Vielfaltigkeit der rumänischen Fluchwörtern- und Ausdrücken beizubringen und ihn zu versichern, dass auf Rumänisch solch eine Liste nahezu endlos ist und jemand ist immer willkommen, erfindungsfreudig zu sein und mit den Wörtern zu experimentieren … na ja, warum nicht, wir sind in Rumänien, das Land aller Möglichkeiten, das Land, dass uns all unsere Zeit nimmt usw. Man sollte hier völlig frei sein, sich so auszudrücken, wie man will … Die einzige Enttäuschungen war, man hört es, dass im Ungarischen noch mehr Schimpfwörter es gibt und uns Rumänen übergeordnet sind! Wofür braucht man so viel und unterschiedlich zu flüchen, verstehe ich nicht, aber wer bin ich nur, um das zu verurteilen! Lass die Flüche frei, egal von welchem Land und Kultur du abstammen möchtest!

Am letzten Tag … was haben wir am letzten Tag gemacht? Ach, ja, wir haben hässliche Türme gebaut! Welch eine Beschäftigung! Ugly little Türmchen“ wurden von stummen Leuten gebaut und die brauchten Marks Handy und sogar Erdbeben zu überstehen! Wir hatten keine Erlaubnis, Dinge zur Verschönerung zu … stehlen, klauen, entwenden, ergaunern, mausen, mopsen, rauben, stibitzen … Ziemlich viele Diebstahlwörter, in einer Sprache, die man in so “ehrenhafte” Länder wie Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendet… Und darüber hinaus, für solche hässliche und unsichere Gebäude hat man nicht gleichberechtigte Budgets zur Verfügung! Willkommen in Rumänien, wo die Regierung Geld auf hässliche, oft unnützliche und unsichere Dinge gerne verschwendet! Sei willkommen! Bau was, wie auch immer du kannst :))

Wir haben unser Bestes gegeben, um wie Aufbaufirmen zu arbeiten und nachdem Mark unsere Meisterwerke gewertet hat, haben wir uns ein bisschen über das TB unterhalten. Somit war unsere awesome TB (® Cori) zu Ende gekommen. Ein Wochenende des Spaßes, wo wir alle ein paar Sachen erfahren haben, über Gutenberg, über die anderen um uns und über uns selbst, denke ich. Noch mehrere Sachen zu lernen werden folgen, im Sitz oder in persönlichen Gesprächen mit den Leitern und Mentoren, denn das war nur ein Vorgeschmack der ganzen Sache. Wir werden die Motivation und die Teamarbeit, die Mark und die HR Abteilung erwähnt haben, um die Projekten Gutenbergs zu planen, machen und erfolgreich beenden. Werden wir unser Bestes geben? Das ist die Frage, die wir uns stellen müssen. Ich habe sie mir bereits gestellt und ich habe sie bereits geantwortet, und zwar mit einer großen positivistischen Antwort! Wie wirst du antworten?

Die Schlussfolgerung wäre, dass, meiner Meinung nach, dieses gemeinsame Wochenende keine Zeit- und Geldverschwendung war, sondern eine coole Sache, die unserem Teamgeist sehr geholfen hat. Und in der Zukunft kann es nur toller werden, wenn wir uns das stark genug wünschen! Es hängt von uns ab!

PS: in diesem Foto kann man leicht erkennen, dass Mark über die Türme sehr erfreut war 🙂

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